Fischer von Waldheim und die ganze Weld der Wissenschft - Teil II/ (Fischer von Waldheim and the Whole World of Science – Part II)
Vorwort
Der älteste gut dokumentierte Vorfahre in Sinne von stichhaltigen Fakten, Bilder, Dokumente, Zeitschriftartikeln und ähnlichen ist für mich Johann Gotthelf Fischer von Waldheim. Hier fängt die Familiengeschichte erst richtig an. Diese Person ist sozusagen die Drehscheibe des Geschehens, die es ermöglicht weitere Familiensträhne nachverfolgen, zwischenmenschliche Beziehungen herstellen und erweitern als auch neue familiäre Kontakte knöpfen. Seine Berühmtheit hat dazu geführt, dass es genügend Informationen über ihn und sein wirtschaftliches Wirken gibt, was mir auch bei der Familienforschung sehr geholfen und viel Zeit erspart hat. Im Folgenden werde ich mich der Kurzform bedienen und ihn einfach “Gotthelf” nennen. Gleichzeitig ist er für mich aufgrund der oben genannten Eigenschaften, ein Protoplast oder Stammvater. (…)
(…) Diese Aufarbeitung war für mich der Ausgangspunkt für die gesamte Biographie Fischers. Natürlich stützte ich mich auf verschiedene andere deutsche und russische Dokumente und Originaltexte, unter anderem hatte ich direkten Kontakt mit Frau Zoya A. Bessudnova. Sie arbeitet am Staatlichen Geologischen Wernadski-Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau, Russland. Kennengelernt habe ich sie durch meine entfernte Verwandte Elena Fassman aus St. Petersburg, die ich 2019 besuchte. Laut Frau Bessudnova gibt es im Buch von Dr. Büttner an mehreren Stellen Unklarheiten sowie falsche Informationen. Sie hat sozusagen das Leben Fischers mit dem neuen Informationspaket noch einmal recherchiert und deshalb waren ihre Angaben für mich in vielerlei Hinsicht maßgebend, stichhaltiger und überzeugender. Die Geschichte geht weiter und es ist nicht auszuschließen, dass irgendwann neue Fakten auftauchen, die die Sichtweise in mancher Weise verändern. Die Forschung ist eine permanente Baustelle, die nie abgeschlossen ist, sondern die Tatsachen verändert.
Kapitel 1.1 Waldheim, die Geburts- und Ehrenbürgerstadt
(…) Das sächsische Waldheim, Geburtsort des Naturforschers Johann Gotthelf Fischer, liegt landschaftlich besonders reizvoll im „stillen Thal “,„von Wald und Berg steilen Fels umgrenzt und von einem klaren Bergstrom ” (der Zschopau ) durchflossen wie es in einen Gedicht von Friedrich Albert Fallou aus dem Jahre 1847 heißt Das Städtchen Waldheim bestand 1771, im Geburtsjahr Fischers aus nur 244 Wohngebäuden, die sich eng und ärmlich rechts der Zschopau erstreckten. Seine Einwohner wurden 1772 auf 1212 Personen geschätzt und waren überwiegend Handwerker; die still und anspruchslos ihr bescheidenes Dasein fristeten.
Wie oft vernichteten Großbrände und die Fluten der Zschopau den mühsam erworbenen Besitz! Gerade im Juni 1771, also vier Monate vor Fischers Geburt, führte das sonst so nützliche Flüsschen ein außergewöhnliches Hochwasser und richtete in der Stadt großen Schaden an. Hier wurde Johann Gottheit Fischer, der später in den Adelsstand erhoben wurde und sich dann „Fischer von Waldheim“ nannte, am 13. Oktober 1771 als Sohn des Zeug- und Leinewebers Johann Gotthelf Fischer (Senior I), Bürger der Stadt Waldheim, geboren. Sein Vater, geboren 1748, war ein uneheliches Kind der Johanna Sophia Zetzsche in Waldheim und des Johann Gottfried Fischer (Senior II), “der Schreiberei Beflissener“ in Waldheim, später “Accis-Einnehmer“ in Geringswalde (Sachsen). (…)
Kapitel 1.4 Auslandsreisen Wien und Paris
Anfang des Jahres 1797 hatte Fischer von Alexander von Humboldt die Einladung erhalten, ihn und seinen Bruder Wilhelm nach Italien zu begleiten. Während Alexanders Interessen auf naturwissenschaftlichem Gebiete lagen, sollte Wilhelm von Humboldt (1767-1835) ein bedeutender Staatsmann und Sprachforscher werden. Als preußischer Kultusminister(1809/10) schuf er die Berliner Universität, die noch heute seinen Namen trägt. Fischer nahm die Einladung seines Freundes gern an, legte noch das „Examen rigorosum“ in Leipzig ab, verschaffte sich in Göttingen die Literatur für seine Dissertation und trat dann im Sommer 1797 mit den Brüdern Humboldt die Reise über Dresden und Prag nach Wien an. Wien hatte für sie besondere Anziehungskraft, da hier der große Kliniker und Hauptbegründer der öffentlichen Gesundheitspflege Johann Peter Frank (1745-1821) lehrte, der übrigens im gleichen Jahre wie Fischer (1804) einem Ruf nach Russland Folge leistete. In Wien beschäftigte sich Fischer eine kurze Zeit lang mit der Anatomie der Donaufische. Eine Italienreise kam nicht mehr zustande, da die Unruhen in Italien die Reisepläne der jungen Wissenschaftler änderten. (…)
Neben seinen Verpflichtungen als Professor der Naturgeschichte, neben seinen wissenschaftlichen Arbeiten als Bibliothekar betätigte sich Fischer auch im
öffentlichen Leben der französisch besetzten Stadt Mainz. Er interessierte sich sehr für alle städtischen Angelegenheiten und wurde im Jahre 1800 in den Gemeinderat gewählt. Schon 1801 befand sich Fischer unter den Abgeordneten der Stadt, die in Paris Napoleon den Wunsch vortragen sollten, Mainz zu einer Handelsstadt zu erheben; er war der Sprecher dieser Deputation, die vom Ersten Konsul auch sogleich vorgelassen und sehr gut empfangen wurde. Bei dieser Gelegenheit erreichte Fischer auch die Rückgabe von mehr als 3000 seltenen Büchern und Handschriften sowie einer großen Anzahl von kostbaren Bildern, die von den Franzosen bei der Eroberung von Mainz aus der Stadtbibliothek mitgenommen und nach Paris gebracht worden waren. Fischer setzte sich auch für die Gründung einer Gesellschaft für Wissenschaften in Mainz ein. Vielleicht ist damit die “Societe departementalede Mayence“ gemeint, bei der Fischer selbst seit 1802 Mitglied war. Überhaupt gehörte Fischer bis zum Weggang von Mainz schon zehn gelehrten Gesellschaften verschiedener Wissenschaftsgebiete, meist naturwissenschaftlicher Art, in Leipzig, Jena, Göttingen. Basel, Regensburg, Paris, Straßburg und Mainz an.
Kapitel 1.6 Der Aufstieg in unbekannte Welt – Russland
Moskau
Nach Russland wurden schon im 16. Jahrhundert Gelehrte aus dem westlichen Europa berufen. Peter I. machte Europareisen und warb dabei Gelehrte, Künstler und Techniker an.
Unter den nachfolgenden Zaren war es ähnlich. So wurde auch Johann Gotthelf Fischer im Jahre 1803 von Alexander I. unter vorteilhaften Zusicherungen als ordentlicher
Professor der Naturgeschichte an die Universität und als Direktor des Natur historischen Museums (Naturalienkabinett) nach Moskau berufen. Auf der großen Reise von Mainz nach Russland machte Fischer noch einmal in Waldheim Station und verweilte hier bei seiner Mutter vom 16.06.1804 bis 24.06.1804 – und dann ging es ab – für zunächst 26 Jahre!
Mit der Postkutsche, denn anders konnte man damals nicht reisen. Die Post auf der Strecke Waldheim – Moskau ging mindestens ein halbes Jahr. (…)
(…) Von den aus dem Ausland nach Russland berufenen Gelehrten ist ein beträchtlicher Teil in Russland nicht ansässig geworden; Manche gingen nur Verpflichtungen für
einige Jahre ein und kehrten in die westeuropäische Heimat zurück. Andere aber wurden sesshaft und Stammväter von wahren Ärzte- und Naturforscherfamilien, wie es bei den Fischers von Waldheim der Fall war. Schon am Ausgang des 17. Jahrhunderts – während der Regierungszeit Peter I. – war ein erheblicher Aufschwung der Wissenschaften zu spüren, der sich vor allem in der Gründung der Akademie der Wissenschaften 1725 in Petersburg zeigte. Mit der Eröffnung der Universität in Moskau im Jahre 1755 begann eine neue Epoche für die gesamte wissenschaftliche Entwicklung in Russland, so auch für die Medizin und die Naturwissenschaften. Besonders in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, also zu der Zeit, da Fischer in Moskau wirkte, erlebte die kulturelle und technische Entwicklung Russlands einen Aufstieg durch die Gründung vieler Universitäten und Institute. (…)
(…) Bedeutende Lehrer der inneren Medizin, Chirurgie, Anatomie und Zoologie wirkten an den Akademien. Das Jahr 1804 sollte einen Wendepunkt und ein neues Beginnen in Fischers wissenschaftlichem Wirken bringen: Er leistete der ehrenvollen Berufung an die Universität Moskau Folge, nachdem er vorher eine Professur in Jena abgelehnt hatte; auch die Stellung als Direktor des Kabinetts für vergleichende Anatomie in Würzburg hatte er ausgeschlagen. Durch seine bisherigen Publikationen auf vergleichend-anatomischem Gebiet war er an allen europäischen Universitäten bekannt geworden. Mit 32 Jahren nahm
Fischer seine Tätigkeit in Moskau auf, und 50 Jahre lang sollte er dort bahnbrechend wirken. (…)
(…) In Anerkennung seiner zahllosen Verdienste war Fischer 1817 in Moskau in den Adelsstand erhoben worden. Die Ernennung zum Ehrenbürger erfolgte am 15.12.1835
weil er bei seiner Ernennung in den Adelsstand den Namen ” von Waldheim” gewählt hat. Ab 1835 wurde ihm noch gestattet, den Namen „ Fischer von Waldheim “
zu führen. Er hatte vorher darum nachgesucht und somit deutlich seine Verbundenheit mit seiner Heimatstadt Waldheim bezeugt. Sein Name wurde in die Matrikel des russischen Erbadels eingetragen und er bekam ein Familienwappen verliehen. (…)
Kapitel 2 Alexander Fischer von Waldheim
Alexander Fischer von Waldheim (später: Alexander Grigorjewitch genannt) wurde am 24.04.1803 in Mainz geboren. Er war der Sohn von Johann Gotthelf Fischer von Waldheim des berühmten Forschers in seiner Zeit und Patensohn von Alexander von Humboldt. Ein Jahr später brachte seine Eltern nach Moskau, wo er lebte den Rest seines Lebens. Seine Kindheit wurde von Wissenschaftlern umgeben – Freunde seines Vaters, so von einem frühen Alter zeigte eine Neugier und Interesse an der Wissenschaft. Einmal hat er sogar ausgetauscht ihre Spielsachen auf die Sammlung von Heilpflanzen. Der Lebensweg von A.G. Fischer von Waldheim war im Grunde vorbestimmt. Wenn sein Vater seine Kindheit schließlich im engen und armen Haus eines Waldheimer Webers verbrachte, dann war er, solange er denken konnte, ständig in der Gesellschaft herausragender Wissenschaftler, die seinen Vater oft besuchten. Als er die Gespräche gelehrter Männer verstand, war er vom Geist ihrer Begeisterung, ihrem unstillbaren Wissensdurst und ihrer Hingabe an die Wissenschaft durchdrungen. (…)
Kapitel 3 Alexander Alexandrowitch Fischer von Waldheim
Alexander Alexandrowitch ist der letzte in der botanischen Welt bekannte Vertreter der Dynastie Fischer von Waldheim. Geboren in eine Familie erblicher Adliger der Moskauer Provinz in Moskau. Er repräsentiert die dritte Generation von Naturwissenschaftlern, die sich für die russische Naturwissenschaft verdient gemacht haben. (…)
Alexander Alexandrowitch Fischer von Waldheim wurde am 20.04.1839 in Moskau als zweiter Sohn von Alexander Ivanowitch Fischer von Waldheim geboren.
1863 schloss er sein Doktorat an der medizinischen Fakultät der Moskauer Universität ab. Alexander A. Fischer verspürte jedoch keine wirkliche Berufung zur medizinischen Praxis und war im Herzen ein Naturforscher. Alexander A. Fischer von Waldheim widmete sich ganz seiner Lieblingswissenschaft – der Botanik. Der ständige Kontakt mit der Pflanzenwelt, sowohl im Botanischen Garten als auch bei Ausflügen durch Moskau, sowie die Umgebung, in der er aufwuchs und interagierte, legten den Grundstein für seine Liebe zur Natur und ihrem Studium.
Ab seinem 12. Lebensjahr hörte er zusammen mit Universitätsstudenten die Vorlesungen seines Vaters an. Alexander Alexandrovitch widmete sich seiner Lieblingswissenschaft, der Botanik, und versuchte, sein Wissen durch fast jährliche Reisen ins Ausland zu erweitern, wo er viele botanische Gärten und berühmte Wissenschaftler kennenlernte und an Treffen wissenschaftlicher Gesellschaften und Naturforscherkongressen teilnahm. (…)
Ab 1865 lehrte er als privater Assistent Professor an der Moskauer Universität und ab 1869 an der Kaiserlichen Universität Warschau.1878 wurde er zum Direktor des Warschauer Botanischen Gartens ernannt und arbeitete dort bis 1895. Ausgezeichnete Verwaltungsfähigkeiten und ein hervorragender Zustand, in den der Warschauer Botanische Garten von Alexander Alexandrovitch gebracht wurde hat Fischer Aufmerksamkeit erregt. Der Oberste Erlass ernannte Alexander Alexandrovitch ab Dezember 1896 zum Direktor des Kaiserlichen Botanischen Gartens St. Petersburg. Im selben Jahr wurde er zum Geheimen Rat befördert. (…)
Foreword
For me, the oldest well-documented ancestor – in terms of reliable facts, images, documents, journal articles and the like – is Johann Gotthelf Fischer von Waldheim. This is where the family history really begins. This individual is, so to speak, the linchpin of the story, making it possible to trace further family lines, establish and expand interpersonal relationships, and forge new family connections. His fame has meant that there is ample information available about him and his business activities, which has also been of great help to me in my family research and has saved me a great deal of time. In the following, I shall use the short form and simply refer to him as ‘Gotthelf’. At the same time, due to the characteristics mentioned above, he is, for me, a progenitor or forefather. (…)
(…) This research formed the starting point for my entire biography of Fischer. Naturally, I drew on various other German and Russian documents and original texts; amongst other things, I was in direct contact with Ms. Zoya A. Bessudnova. She works at the Vernadsky State Geological Museum of the Russian Academy of Sciences in Moscow, Russia. I met her through my distant relative Elena Fassman from St Petersburg, whom I visited in 2019. According to Ms Bessudnova, there are several instances of ambiguity and incorrect information in Dr Büttner’s book. She has, so to speak, re-researched Fischer’s life using the new information package, and so her details were, in many respects, authoritative, more sound and more convincing to me. The story continues, and it cannot be ruled out that new facts may emerge at some point which alter our perspective in some way. Research is a constant work in progress that is never finished, but rather changes the facts.
Chapter 1.1 Waldheim, the town of his birth and honorary citizenship
(…) Waldheim in Saxony, the birthplace of the naturalist Johann Gotthelf Fischer, is situated in a particularly picturesque setting in the ‘quiet valley’, “bordered by forest and steep rocky hills and traversed by a clear mountain stream” (the Zschopau), as described in a poem by Friedrich Albert Fallou from 1847. In 1771, the year of Fischer’s birth, the small town of Waldheim consisted of just 244 residential buildings, which stretched closely and modestly along the right bank of the Zschopau. Its population was estimated at 1,212 in 1772 and consisted mainly of craftsmen, who led their modest lives quietly and without pretension.
How often did major fires and the floods of the Zschopau destroy the hard-earned property! In June 1771, just four months before Fischer’s birth, the otherwise useful little river swelled to an extraordinary height and caused great damage to the town. It was here that Johann Gottheit Fischer, who was later ennobled and took the name ‘Fischer von Waldheim’, was born on 13 October 1771, the son of Johann Gotthelf Fischer (Senior I),
a cloth and linen weaver and citizen of the town of Waldheim. His father, born in 1748, was the illegitimate child of Johanna Sophia Zetzsche of Waldheim and Johann Gottfried Fischer (Senior II), a ‘diligent scribe’ in Waldheim, later an ‘excise collector’ in Geringswalde (Saxony). (…)
Chapter 1.4 Travels Abroad: Vienna and Paris
At the beginning of 1797, Fischer had received an invitation from Alexander von Humboldt to accompany him and his brother Wilhelm to Italy. Whilst Alexander’s interests lay in the natural sciences, Wilhelm von Humboldt (1767–1835) was to become a prominent statesman and linguist. As Prussian Minister of Culture (1809/10), he founded the University of Berlin, which still bears his name today. Fischer gladly accepted his friend’s invitation, took the ‘Examen rigorosum’ in Leipzig, obtained the literature for his dissertation in Göttingen, and then, in the summer of 1797, set off with the Humboldt brothers on their journey via Dresden and Prague to Vienna. Vienna held a special attraction for them, as it was here that the great clinician and principal founder of public health care, Johann Peter Frank (1745–1821), taught; incidentally, he accepted a post in Russia in the same year as Fischer (1804). In Vienna, Fischer spent a short time studying the anatomy of Danube fish. A trip to Italy did not materialise, as the unrest in Italy forced the young scientists to alter their travel plans. (…)
Chapter 1.5 Mainz
Alongside his duties as a professor of natural history and his scholarly work as a librarian, Fischer was also active in public life in the French-occupied city of Mainz. He took a keen interest in all municipal affairs and was elected to the city council in 1800. As early as 1801, Fischer was among the city’s representatives who were to present to Napoleon in Paris the request to elevate Mainz to the status of a trading city; he was the spokesman for this delegation, which was immediately granted an audience by the First Consul and received very favourably. On this occasion, Fischer also secured the return of more than 3,000 rare books and manuscripts, as well as a large number of valuable paintings, which had been taken from the city library by the French during the conquest of Mainz and brought to Paris. Fischer also championed the establishment of a Society of Sciences in Mainz. This may refer to the ‘Société départementale de Mayence’, of which Fischer himself had been a member since 1802. Indeed, by the time he left Mainz, Fischer was already a member of ten learned societies in various fields of science, mostly of a natural scientific nature, in Leipzig, Jena, Göttingen, Basel, Regensburg,
Paris, Strasbourg and Mainz.
Chapter 1.6 The Rise into an Unknown World – Russia
Moscow
Scholars from Western Europe were invited to Russia as early as the 16th century.
Peter I. undertook journeys through Europe, recruiting scholars, artists and engineers along the way. The situation was similar under subsequent tsars. Thus, in 1803, Johann Gotthelf Fischer was also summoned to Moscow by Alexander I, with favourable assurances, to serve as a full professor of natural history at the university and as director of the Natural History Museum (Natural History Cabinet). On the long journey from Mainz to Russia, Fischer stopped off once more in Waldheim and stayed here with his mother from 16 June 1804 to 24 June 1804 – and then he set off – for an initial period of 26 years! By stagecoach, for there was no other way to travel in those days. The journey by post from Waldheim to Moscow took at least six months. (…)
(…) A considerable number of the scholars summoned to Russia from abroad did not settle there; some undertook commitments for only a few years and returned to their Western European homelands. Others, however, settled down and became the founders of families of physicians and naturalists, as was the case with the Fischers of Waldheim. As early as the end of the 17th century – during the reign of Peter I – a significant upswing
in the sciences was evident, manifested above all in the founding of the Academy of Sciences in St Petersburg in 1725. With the opening of the university in Moscow in 1755, a new era began for the entire scientific development in Russia, including medicine and the natural sciences.
Particularly in the first half of the 19th century, that is, during the time when Fischer was working in Moscow, Russia’s cultural and technical development experienced a
boom through the establishment of many universities and institutes. (…)
(…) Leading figures in the fields of internal medicine, surgery, anatomy and zoology were active at the academies. The year 1804 was to mark a turning point and a new beginning in Fischer’s scientific career: he accepted the honourable appointment to the University of Moscow, having previously declined a professorship in Jena; he had also turned down the post of Director of the Cabinet of Comparative Anatomy in Würzburg. His previous publications in the field of comparative anatomy had made him known at all European universities. At the age of 32, Fischer took up his post in Moscow, and for 50 years he was to carry out groundbreaking work there. (…)
(…) In recognition of his countless services, Fischer was ennobled in Moscow in 1817. He was made an honorary citizen on 15 December 1835 because, upon his elevation to the nobility, he had chosen the name ‘von Waldheim’.
From 1835 onwards, he was permitted to use the name ‘Fischer von Waldheim’. He had previously requested this, thereby clearly demonstrating his attachment to his hometown of Waldheim. His name was entered in the register of the Russian hereditary nobility and he was granted a family coat of arms. (…)
Chapter 2 Alexander Fischer von Waldheim
Alexander Fischer von Waldheim (later known as Alexander Grigorievich) was born on 24 April 1803 in Mainz. He was the son of Johann Gotthelf Fischer von Waldheim, a renowned researcher of his time, and the godson of Alexander von Humboldt. A year later, his parents moved to Moscow, where he lived for the rest of his life. His childhood was spent surrounded by scientists – friends of his father – so from an early age he showed curiosity and an interest in science. Once, he even swapped his toys for a collection of medicinal plants. The course of A.G. Fischer von Waldheim’s life was, in essence, predetermined. Although he spent his childhood in the cramped and poor home of a Waldheim weaver, for as long as he could remember he was constantly in the company of outstanding scientists who frequently visited his father. As he came to understand the conversations of these learned men, he was imbued with the spirit of their enthusiasm, their insatiable thirst for knowledge and their devotion to science. (…)
Chapter 3 Alexander Alexandrovich Fischer von Waldheim
Alexander Alexandrovich is the last known representative of the Fischer von Waldheim dynasty in the world of botany. He was born in Moscow into a family of hereditary nobility from the Moscow Province. He represents the third generation of natural scientists who rendered outstanding services to Russian science. (…)
Alexander Alexandrovich Fischer von Waldheim was born on 20 April 1839 in Moscow, the second son of Alexander Ivanovich Fischer von Waldheim.
In 1863, he completed his doctorate at the Faculty of Medicine of Moscow University. However, Alexander A. Fischer felt no real calling to medical practice and was, at heart, a naturalist. Alexander A. Fischer von Waldheim devoted himself entirely to his favourite science – botany. His constant contact with the plant world, both in the Botanical Garden and on excursions around Moscow, as well as the environment in which he grew up and interacted, laid the foundation for his love of nature and its study.
From the age of 12, he attended his father’s lectures alongside university students. Alexander Alexandrovich devoted himself to his favourite subject, botany, and sought to broaden his knowledge through almost annual trips abroad, where he visited many botanical gardens and met famous scientists, as well as attending meetings of scientific societies and congresses of naturalists. (…)
From 1865, he taught as a private assistant professor at Moscow University and, from 1869, at the Imperial University of Warsaw. In 1878, he was appointed director of the Warsaw Botanical Garden, where he worked until 1895. Alexander Alexandrovich Fischer attracted attention for his excellent administrative skills and the outstanding condition into which he had brought the Warsaw Botanical Garden. By imperial decree, Alexander Alexandrovich was appointed Director of the Imperial Botanical Garden in St Petersburg from December 1896. In the same year, he was promoted to the rank of Privy Councillor. (…)
The first wife of Alexander Alexandrovich Fischer von Waldheim – Princess Olga Ivanovna Kudasheva, born around 1848 in Moscow – died around 1875; she lived and died in Warsaw. She was buried in Moscow at the Vagankovo Cemetery (Вага́ньковское кла́дбище) alongside her father, Prince Ivan Kudashev. A daughter, Maria, was born from this marriage in 1873. She spent her entire childhood with her relatives (the Kudashevs) in Moscow. She then became involved in helping sick and poor children in Moscow. During the Soviet era, in 1925, she lived in Leningrad (St Petersburg), where she gave music lessons and also died. (…)
