Fiszer 1918-1982 und wie alles begonnen hat - Teil I / (Fiszer 1918–1982 and how it all began – Part I)
Vorwort
„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten”
(Alt Bundeskanzler Helmut Kohl, ein Zitat aus einer Rede vor dem Deutschen Bundestag 1995.)
Meine Erzählungen sind ein Versuch, die damalige Welt meiner Vorfahren aus meiner Perspektive zu erfassen und so gut wie möglich das zu beschreiben, was mir von Eltern und teilweise von Familienmitgliedern im Laufe der Zeit mündlich überliefert wurde
und mit einem Teil eigener Anschauung und Verständnis in einer Art Familiengeschichte zu Papier zu bringen. Es war nie wirklich eine Gelegenheit, offen und klar über meine Familie mütterlicherseits zu reden oder mir auch nur die Mühe zu machen, das Ganze in
Worte zu fassen. Mit zunehmendem Alter stellen sich häufig Überlegungen zu diesem Thema ein. Die Frage nach der Herkunft und den familiären Wurzeln bildet die Grundlage für die Untersuchung der Rolle der Familie in der Vergangenheit und ihrer Bedeutung für die Umgebung. Seit ich denken kann, ist es mir immer bewusster geworden, besser zu verstehen, wie die eigentlich komplizierte und seltsame Welt der Familie funktioniert und was es bedeutet, einer Familie anzugehören.
Erst als mein Vater Anfang der achtziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts herauszufinden versuchte, wann und wo die Eltern meiner Mutter geboren wurden und wann sie geheiratet haben, habe ich gesehen, wie kompliziert alles ist und wie viel Aufwand damit verbunden ist. Es gab noch kein Mobiltelefon und kein Internet, sondern ein Verständnis und rationales Denken. Die genannten Daten waren übrigens wichtig und entscheidend für die Beantragung und Erteilung einer Einreisegenehmigung in die Bundesrepublik Deutschland, deren Boden ich am 11.07.1986 erreichte.
Und zum zweiten Mal erst nach dem Tod meiner Mutter habe ich mir vorgenommen, die Sache ernsthaft anzugehen und die folgenden Kapitel mit allen mir zur Verfügung stehenden Unterlagen, verfügbaren Dokumenten und Bildern inklusive Internetrecherche und einer im Jahr 2019 durchgeführten Reise nach Russland (Sankt Petersburg) in dieser Form das Werk für heutige und zukünftige Generationen darzustellen. Meine Zeitreise, im ersten Teil der Familiengeschichte, spielt es sich zuerst zwischen 1918 und 1982 ab und wurde von mir bewusst so gewählt. Die Antwort: Warum grade so, wird sich beim Lesen ergeben. Ich hoffe, dass meine Arbeit im Kreise der weit verstandenen Familie im Sinne der ewigen Frage „unde venis et quo vadis” (woher kommst du und wohin gehst du) weckt das Interesse die Tradition dieser Art weiterzuentwickeln, zu pflegen und zu bewahren.
„Die Geschichte kann uns kein Programm für die Zukunft liefern, aber sie kann uns ein tieferes Verständnis von uns selbst und unserer gemeinsamen Menschlichkeit vermitteln, damit wir der Zukunft besser begegnen können.“
Peter Kurzec
( Autor, Familienmitglied und Proband )
Foreword
“Those who do not know the past cannot understand the present or shape the future”
(Former Chancellor Helmut Kohl, a quote from a speech to the German Bundestag in 1995.)
My stories are an attempt to capture the world of my ancestors from my perspective and to describe, as accurately as possible, what has been passed down to me orally over the years by my parents and, to some extent, by other family members,
and to put this down on paper as a kind of family history, incorporating my own observations and understanding. There was never really an opportunity to talk openly and clearly about my mother’s side of the family, or even to make the effort to put the whole thing into words. As I have grown older, thoughts on this subject have often come to mind. The question of origins and family roots forms the basis for exploring the role of the family in the past and its significance for the wider community. For as long as I can remember, I have become increasingly aware of and better able to understand how the actually complicated and strange world of the family works and what it means to belong to a family.
It was only when my father, in the early 1980s, tried to find out when and where my mother’s parents were born and when they got married that I realised just how complicated it all is and how much effort is involved. There were no mobile phones or the internet back then, just common sense and rational thinking. Incidentally, the information mentioned was important and crucial for applying for and being granted an entry permit to the Federal Republic of Germany, whose soil I set foot on on 11 July 1986.
And for the second time, only after my mother’s death, I resolved to tackle the project in earnest and to present this work in its current form for present and future generations, drawing on all the records, documents and images at my disposal, including internet research and a trip to Russia (St Petersburg) undertaken in 2019. My journey through time, in the first part of the family history, takes place initially between 1918 and 1982,
a period I deliberately chose. The answer to why I chose this particular period will become clear as you read on.
I hope that my work, within the wider family circle and in the spirit of the age-old question “unde venis et quo vadis” (where do you come from and where are you going), will spark an interest in further developing, nurturing and preserving this tradition.
“History cannot provide us with a blueprint for the future, but it can give us a deeper understanding of ourselves and our shared humanity, so that we may face the future with greater confidence.”
Peter Kurzec
(Author, family member and subject)
